Songtexte

Dieses flaue Gefühl immer am Anfang,
der Schiss, dass es mal echt danebengeht.
Das Ziehen im Magen, wenn man hier oben,
ganz verloren auf der Bühne steht.

Und du frierst selbst im heissen Scheinwerferlicht,
suchst im Dunkeln vergeblich ein Gesicht.
Doch dann der Moment der uns nach vorne bringt,
wenn wir merken, dass der Funke zu euch überspringt.

Wir wünschen euch alles Gute,
macht es gut bis zum nächsten Mal!
Wir wünschen euch alles Gute,
wir sehn uns wieder auf jeden Fall.
Wir wünschen euch alles Gute,
es hat uns tierisch Spass gemacht!

Dann willst du irgendwann gar nicht mehr aufhören,
obwohl du merkst, dass nicht mehr viel geht.
Wenn die Knie weich sind und die Stimme wegklappt,
dir das letzte Hemd am Körper klebt.

Wenn dann die letzten Töne verklingen,
und ein paar von euch immer noch weitersingen
wenn sich dann langsam die Halle leert,
freuen wir uns schon wieder aufs nächste Konzert.

Wir wünschen euch alles Gute...

Dann die vielen von euch, die zu uns kommen,
mit uns quatschen direkt nach dem Gig.
Versuchst allen irgendwie zuzuhören,
aber manchmal verlierst du den Überblick.

Doch es macht uns Mut und wir finden es stark,
dass ihr noch was fühlt und Spass dabei habt.
Wir haben uns wirklich total gefreut,
lasst euch nicht unterkriegen, bleibt wie ihr seid!

Wir wünschen euch alles Gute...

Diesen Blick hast du lang geübt, doch jetzt klappt er perfekt,
die bunte Strähne in der Stirn, als Überraschungseffekt.
Ein bisschen Flair von der grossen Welt, schon vor dem Spiegel zu Haus,
Alles wird noch mal durchgecheckt, und dann gehste raus.

Deine Bühne ist überall, wo du gerade bist,
und es kommt nur selten vor, dass du die Rolle vergisst.
Du machst alles ohne Gage, zahlst sogar noch drauf,
und du denkst du spielst die Gala, doch dich gibt es schon längst im Ausverkauf.

Alle sind im Showgeschäft, jeder ist sein eigener Star.
Und du machst auch schon wieder den nächsten Auftritt klar.

Und dein heisser Traum auf Rädern, gehört jetzt endlich dir.
Obwohl das Geld für Sprit nicht mehr reicht, lehnst du cool an der Tür.
Mit Metallic-Charme und Kippe im Hals lädst du ganz lässig ein,
doch auf den geilen Liegesitzen, bleibst du wie immer allein.

Alle sind im Showgeschäft, jeder ist sein eigener Star.
Und du machst auch schon wieder den nächsten Auftritt klar.

Manchmal ist es soweit, dann denke ich jetzt ist es Zeit,
dass ich Bilanz ziehen muss, doch was bleibt mir zum Schluss?
Ich frage mich, war es das ,oder kommt da noch was hinterher?

War die Suche nach Glück, denn nicht nur ein Stück,
Illusion und Betrug, gerade mal gut genug,
mich davon abzubringen aus dem Fenster zu springen hoffnungslos?

So trete ich doch nicht ab, auf halbem Weg schon ins Grab.
Egal, wie gut,oder schlecht: Jetzt erst recht!

Hab geheult und gelacht, fast alles gemacht.
Manchmal hat es auch geblitzt, ich habe die Lust ausgeschwitzt,
doch das meiste war Krampf und ein endloser Kampf mit mir.

Ich wollte nie jemand sein, der das Räderwerk schmiert,
lieber der Sand, der das Getriebe blockiert.
Doch das Ding macht nicht Halt trotz aller Gewalt von mir.

So trete ich doch nicht ab, auf halbem Weg schon ins Grab.
Egal, wie gut,oder schlecht: Jetzt erst recht!

Ich sehe den Film bis zum Schluss, weil ich noch warten muss,
bis der Nachspann mir sagt, wer Regie geführt hat.
Gibt es wirklich einen Gott, wer dreht solchen Schrott mit mir?

So trete ich doch nicht ab, auf halbem Weg schon ins Grab.
Egal, wie gut,oder schlecht: Jetzt erst recht!

Sie stehen wie die Mumien am Tresen herum,
trinken Korn und viel Bier um die Wette und reden.
Über Arbeit und Wetter, Politik und die Preise,
und nachts um halb eins werden alle zu Brüdern.

Dann wird's Zeit dann hau ab!

Dann auf dem Geburtstag: Familientheater,
die dicke Martha mit Kosmetikgeschwafel,
der versoffene Schwager und seine Fussballtabellen,
und Otto von oben mit Weibergeschichten.

Dann wird's Zeit, dann hau ab!

Und dann noch diese Parteiversammlung
von den christlich-liberalen Humansozialisten.
Nur Pöstchen-Gerangel und Sachzwang-Gelaber,
und du merkst so langsam, dir hört keiner mehr zu.

Dann wird's Zeit, dann hau ab!

Sie stehen wie die Mumien am Tresen herum.
Dann auf dem Geburtstag Familientheater.
Um die Wette saufen, Verbrüderungsszenen.
Christlich-sozial und human-liberal.

Dann wird's Zeit, dann hau ab!

Ich seh in Breitwand und Full-HD
zuhause Fernsehen noch schöner noch bunter.
Bei Spotify-Sound in meinen Ohren,
würg ich mir keinen Hamburger mehr runter.

Denn da lebt fett im Weissen Haus,
grosskotzig, mit Machogelaber,
ein Psychopath seine Impotenz aus.
Der kommt mir vor wie Goofy auf Viagra.

Kein Bock auf Disneyland, hau ab mit Hollywood.
Ich will raus aus diesem Comicstrip: Filmriss, Kulisse kaputt.

Kater Carlo baut seine Raketen,
Onkel Dagobert zählt die Moneten.
Der ganze Laden im freien Fall,
Entenhausen ist überall.

Ein Bösewicht wie im Film
macht Jagd auf Schwule, Linke und Ketzer.
Schau mal wie seine Augen finster gucken,
was ihm noch fehlt sind Hitlers Hetzer.

Kein Bock auf Disneyland, hau ab mit Hollywood.
Ich will raus aus diesem Comicstrip: Filmriss, Kulisse kaputt.

Das Land der Freiheit hinter Stacheldraht,
das kann es doch nun wirklich nicht sein.
Nervenkitzel mit Onkel Donald –
eine Horrorshow für gross und klein.

Kein Bock auf Disneyland, hau ab mit Hollywood.
Ich will raus aus diesem Comicstrip: Filmriss, Kulisse kaputt.

Wer ist schon gerne alleine?
Man braucht einen Freund, der zu einem hält,
am besten so einen diskreten und feinen
für das beste Team auf der Welt.

Stan Laurel hat seinen Ollie,
Tünnes hat seinen Scheel.
So Verbundenheiten braucht man beizeiten
wie ein Wüstenscheich sein Kamel.

Durch dick und dünn,
durch dick und dünn,
lang oder breit – groß oder klein,
arm oder reich – schwarz oder weiß,
durch dick und dünn!

Jeder Zwilling hat seinen and'ren,
ein Häuptling hat seinen Stamm.
Jeder Schuh braucht sein' Senkel und der Opa die Enkel,
jeder Strubbel braucht einen Kamm

Ein Chef braucht seine Berater.
ein Pärchen sein Rendezvous.
Der DFB den Pokal, doch das ist mir egal,
denn alles was ich brauch bist du

Durch dick und dünn,
durch dick und dünn,
lang oder breit – groß oder klein,
arm oder reich – schwarz oder weiß,
durch dick und dünn!

Was wär Donald ohne die Neffen?
Onkel Dagobert ohne sein Moos?
Was wäre Jagger alleine, ohne rollende Steine?
Was wäre ich ohne dich bloß?

Durch dick und dünn,
durch dick und dünn,
lang oder breit – groß oder klein,
arm oder reich – schwarz oder weiß,
durch dick und dünn!

Ist wieder eine von den Nächten,
in denen der Schlaf nicht kommen will.
Im Kopf mach ich schon Frühjahrsputz,
ist schliesslich schon April.

Vielleicht ist es auch nur deine Art,
wie du versuchst mich zu versteh'n,
in meiner Angst die mich oft wachhält,
wenn ich mich an mir vergehe.

Du gibt’s mir Kraft, du machst mir Mut,
lässt mich nicht steh'n, lässt mich nicht ruhen.
Es gibt noch soviel zu tun,
und verzagen tut nie gut.

Ist leicht wie jetzt in harten Zeiten,
den Boden unter den Füssen zu verlier'n.
Sich aufzugeben, anzugleichen,
von innen her zu erfrieren.

Die alten kalten Präsidenten
pokern mal wieder um die Welt.
Und an den Tankstellen der Fantasie
ist der Zapfhahn für Träume abgestellt.

Du gibt’s mir Kraft, du machst mir Mut,
lässt mich nicht steh'n, lässt mich nicht ruhen.
Es gibt noch soviel zu tun,
und verzagen tut nie gut.

War wieder eine von den Nächten,
in denen der Schlaf nicht kommen will.
Doch deine Art mich zu verstehen,
die lässt mich leben, die hilft so viel.

Du gibt’s mir Kraft, du machst mir Mut,
lässt mich nicht steh'n, lässt mich nicht ruhen.
Es gibt noch soviel zu tun,
und verzagen tut nie gut.

Heute schon gelebt?
Heute schon Spass gehabt?
Heute schon gelebt?

Ich werde wach und es ist erst zehn,
noch viel zu früh um aufzusteh'n.
So gegen eins roll ich aus der Kiste,
mach mich startklar und geh auf die Piste.
Ich schleich so an den Schaufenstern lang,
da seh ich plötzlich den Spruch an der Wand:

Heute schon gelebt, heute schon Spass gehabt?
Heute schon gelebt, heute schon gelacht?
Ich blick nicht durch, bin noch nicht wach.

Ne Tasse Kaffee im Grossstadtmief,
und dann ins Kino zum Rentnertarif.
Ständiger Einlass, ich mach es mir bequem,
Karate, Western, Bruce Lee und John Wayne.
Und vorher wird fürs Eiskonfekt
ein neuer Werbespruch entdeckt.

Heute schon gelebt, heute schon Spass gehabt?
Heute schon gelebt, heute schon gelacht?
Ich denk, was soll der Quatsch.

Alle Systeme auf Empfang,
wird Zeit für meinen Kneipengang.
Jeden Abend die gleichen Gestalten,
die sich an Bier und Tresen festhalten.
Ich dreh mich um, und sie steht da,
lacht mich an und fragt: Alles klar?

Heute schon gelebt, heute schon Spass gehabt?
Heute schon gelebt, heute schon gelacht?

Wenn dein bester Freund mit deiner Frau pennt
und das Leben an dir vorbeirennt,
und du kriegst langsam raus:
Jahrelang hast du dich um dich selber nur betrogen.

Und in der Liebe klappt garnichts mehr,
und du frierst vor Einsamkeit.
Deine Haut verweigert dir das Atmen,
und dein Fleisch wird langsam welk und trocknet aus,

Sag dir: Immer wieder aufsteh'n!
Immer wieder sagen, es geht doch!

Wenn keine Bank der Welt dir Geld leiht,
und du brauchst eine warme Mahlzeit,
doch die Heilsarmee hat dicht,
und die Füsse stolpern über deinen Magen.

Und dann willst du Arbeit haben,
willst dich auch am Leben laben.
Doch die Agentur sagt nein,
denn vor dir stehen schon Millionen andere.

Dann sag dir: Immer wieder aufsteh'n!
Immer wieder sagen, es geht doch!

Erinnert ihr euch noch an uns?
Ist ein paar Jahre her.
Wir spielen immer noch die alten Lieder,
denken immer noch gern quer.

Wir sind nicht mehr so schnell wie früher,
dafür kennen wir jetzt alle Tricks.
Unsere Kinder sind erwachsen,
und die Zeit verging wie nix.

Was hatten wir damals für Pläne,
für niemand irgendeine Macht.
Die Welt gehört in unsere Hände,
und der Spiesser ausgelacht.

Spiel`s noch einmal Mann,
mal sehen, ob du das noch kannst.
Keine Kalkulation, keine sichere Million!

Es konnte niemals laut genug sein,
die Kneipen voll, die Nächte lang.
Du warst doch auch dabei gewesen,
erinnerst du dich noch daran?

Spiel`s noch einmal Mann,
mal sehen, ob du das noch kannst.
Keine Kalkulation, keine sichere Million!

Jetzt sind wir im Alter für die Rente,
mancher Traum ist ausgeträumt.
Und manche Party ist zu Ende,
doch wir haben nix versäumt!

Spiel`s noch einmal Mann,
mal sehen, ob du das noch kannst.
Keine Kalkulation, keine sichere Million!

Wenn du gehst dann wird es kalt,
nach all den langen, guten Jahren.
Dein „Ade“, klar das tut weh,
doch pack die Koffer mach es kurz.

Liebesschwüre, viel zu laut,
tätowiert unter die Haut.
Das Wir-Gefühl liegt im Regal,
schon abgepackt zum Ausverkauf.

Dein Hallo in diesem Zimmer
klingt katakombenhaft und leer.
Dein Geruch auf diesem Kissen,
und ich krieg weiche Knie.

Komm und küss mich, wie noch nie,
ein allerletztes kurzes Mal!
Komm und küss mich wie noch nie,
nimm mich noch einmal in den Arm!

Ab und zu ein Brief von dir,
portofrei, ich zahl Gebühr.
Hängst noch an mir wie ich an dir,
die Zeit heilt Wunden, du wirst sehn.

Dein Hallo auf dieser Feier,
klingt zwar warm doch routiniert.
Dein Parfum in meinem Zimmer,
und ich hab weiche Knie.

Komm und küss mich, wie noch nie ...

Ich schrei es laut aus mir heraus,
du klebst so tief in meinem Hirn.
Ich sprüh es in rot auf graue Mauern,
mach es noch einmal, ich will dich hier!

Komm und küss mich, wie noch nie ...

Stell dir vor dein Alter macht den dicken Max.
Und dann haut er ab mit dem Haushaltsgeld und zieht zu seiner Ex.
Die Erinnerungen an schöne Zeiten sind mit dir ganz allein
Du fühlst dich verlassen wie die Garbo, kalt wie Marmorstein.

Dann lass alles liegen und stehen, lass dich mal wieder sehn!
Lass alles liegen und steh'n, aber lass dich nicht gehen!

Stell dir vor die Frau, die du liebst, die schiesst in den Wind.
Und du bist um die Fünfzig, und die Torschlusspanik ist da.
Sitzt einsam auf einer Kiste Bier, die Decke fällt dir auf den Kopf.
Und niemand ist da, nicht mal zwei Kumpel für eine Runde Skat.

Dann lass alles liegen und stehen, lass dich mal wieder sehn!
Lass alles liegen und steh'n, aber lass dich nicht gehen!

Nachts um drei ist nur der Zigarettenautomat dein bester Freund.
Besuchen kommt dich nur die schwarze Katze, die um die Ecken streunt.
Und du denkst schon an Strick und Gashahn, oder eine Kugel für dein Hirn.
Doch sei ehrlich, alles was du hast, ist nur Angst vor dir.

Dann lass alles liegen und stehen, lass dich mal wieder sehn!
Lass alles liegen und steh'n, aber lass dich nicht gehen!

Bin meilenweit gelaufen, mit Löchern in den Schuh’n,
keine Zeit für Pausen – keine Zeit zum Ruhen.
Bin meilenweit gelaufen, hab oft kein Ziel gesehen,
bin manchmal angekommen, ich blieb nicht lange stehen.

Keine Zeit für Träumereien – der Weg zur Freiheit ist noch meilenweit.
Keine Zeit für Träumereien – das Abenteuer lockt mich jederzeit.
Keine Zeit für Träumereien – bin ruhelos bis in die Ewigkeit.

Bin meilenweit gelaufen, bin immer noch ganz wach,
die Narben auf der Seele, sie werden langsam blass.
Ich will noch ein wenig weiter und noch mehr verstehen.
Bin zwar müde von der Reise, doch es gibt noch viel zu sehen.

Keine Zeit für Träumereien – der Weg zur Freiheit ist noch meilenweit.
Keine Zeit für Träumereien – das Abenteuer lockt mich jederzeit.
Keine Zeit für Träumereien – bin ruhelos bis in die Ewigkeit.

„Das wird man doch noch sagen dürfen“,
wie oft hab ich das schon gehört.
Rassismus pur und unerträglich,
draufhau'n auf alles, was euch stört

Ihr schart Verlierer und Dumpfe um euch,
euer Feind sitzt oben und muss weg.
Doch ihr greift euch nur die Schwächsten
und behandelt sie wie Dreck.

Hooligans und Nazi-Rentner,
feige Krieger, Denkmalschänder:
Ihr Heuchler, Hetzer und Rassisten
sowas wie euch nennt man Faschisten!

Nicht mit uns! – Eure Sprache ist der Hass
Nicht mit uns! – Auf eure Dummheit ist Verlass
Nicht mit uns! – Es hat schon genug gebrannt
Wir lieben viel mehr als nur unser Land!

Die braune Brut in Blau gehüllt,
sitzt jetzt breit im Bundestag,
den sie ja gerne abschaffen will
wenn sie die Macht dazu hat.

Ihr vergiftet die Herzen, vernebelt das Hirn,
ihr kämpft mit Lügen, Pöbeln und Hass.
Wundert euch nicht, wenn Gegenwind weht,
wir sagen es laut: Für Nazis kein'n Platz!

Wir schwenken nicht nur unsere Fahne,
wir denken nicht nur Schwarz-Rot-Gold!
Wir kennen noch ganz andere Lieder,
und unsere Welt ist ziemlich bunt!

Nicht mit uns! – Eure Sprache ist der Hass
Nicht mit uns! – Auf eure Dummheit ist Verlass
Nicht mit uns! – Es hat schon genug gebrannt
Wir lieben viel mehr als nur unser Land!

Nimm mich mit auf dem Weg, den du gehst.
Zeig mir die Dinge, wie du sie mit deinen Augen siehst.
Zeig mir die Wälder, durch die der Nebel kriecht,
wo Bäume atmen und es nach feuchten Blättern riecht.
Nimm mich mit an das Meer und den Strand,
zeig mir das Treibholz und die Muscheln im Sand.
Nimm mich mit und zeig mir jede Stadt,
die der Mensch zum Leben für sich geschaffen hat.

Nimm mich mit durch die Strassen der Nacht,
mit zur Gewalt, zum Verbrechen und zur Macht.
Zeig mir, wo all die Morde geschehen,
lass mich die Opfer und ihre Mörder sehen.
Zeig mir den Spieler der sein Leben riskiert,
lass mich sehen wie er alles verliert.
Nimm mich mit bis zum Ende der Nacht,
zeig mir wo man weint, zeig mir wo man lacht.

Lass mich atmen, sehen und hören,
lass mich fühlen, Lust und Schmerzen verspüren.
Mit dir die Welt, so wie sie ist sehn,
lass mich nicht blind daran vorübergeh'n.

Nimm mich mit in das hohe Gericht,
wo der Richter die Mörder freispricht.
In die Räume wo man Lügen bezeugt,
wo sich das Recht der Macht stündlich beugt.
Zeig mir das Land, das sich zur Freiheit bekennt,
wo man die Menschen bei ihrem Namen noch nennt.
Nimm mich mit zu den Knechten der Maschinen,
die Tag für Tag die Automaten bedienen.

Lass mich atmen, sehen und hören...

Nimm mich mit in die Wüsten dieser Welt,
wo Hunger regiert, wo der Regen nie fällt.
Zeig mir die Herrscher, zeig mir jeden Palast,
zeig mir wie man den Reichtum verprasst.
Nimm mich mit in das Land der Fantasie,
gib meinen Träumen Leben, zeig mir die Magie.
Nimm mich mit auf die Bühnen dieser Welt,
lass mich lachen wie ein Clown und sterben wie ein Held.

Lass mich atmen, sehen und hören...

Früh am morgen, viel zu früh.
Ich warte auf niemanden, niemand wartet auf mich.
Der Himmel träge, die Wolken tief,
ich such 'nen Plot für einen Film, der noch in keinem Kino lief.

Und der Mond scheint nur für dich,
und der Wind schreit nur für dich.
Die Sonne brennt nur für dich,
und dieses Lied ist nur für dich.

Ich hab mir gedacht, du lachst mich endlich an.
Komm trau dich, ist doch nicht so schwer.
Reiss deine Klagemauer endlich ein,
hier steht einer, der es gut mit dir meint.

Und der Mond scheint nur für dich,
und der Wind schreit nur für dich.
Die Sonne brennt nur für dich,
und dieses Lied ist nur für dich.

Dein Traumprinz mit weissem Hengst, längst durchgebrannt.
Jetzt denk an einen, der es gut mit dir meint.
Spät am Abend, viel zu spät,
Du wartest auf niemand, doch ich warte auf dich.

Und der Mond scheint nur für dich,
und der Wind schreit nur für dich.
Die Sonne brennt nur für dich,
und dieses Lied ist nur für dich.

Man sagt mit 60 ist alles schon vorbei,
Rock'n'Roll zu spielen ist dumme Äfferei.
Such dir'n Hobby, oder mach auf Familie,
geh in den Garten und züchte Petersilie.

Ist alles Quatsch, da spiel ich nicht mit,
Rock'n'Roll muss sein, der hält mich fit.
Ich hab noch 'ne Power, die muss auf die Dauer einfach raus!

Hab die alten Kumpels von früher dann gefragt:
„Wollen wir es noch mal wissen, oder ist das abgehakt?“
Jetzt stehen wir hier und legen noch mal los,
und wenn ihr dabei seid wird die Party richtig gross!

Ja das ist Leben, und da spiel ich mit,
Rock'n'Roll muss sein, der hält mich fit.
Ich hab noch 'ne Power, die muss auf die Dauer einfach raus!

Wenn ich heute Abend auf die Bühne gehe,
muss man mich nicht tragen, ich kann noch ganz gut stehen.
„Seid ihr jetzt bereit?“ ruf ich in den Saal hinein,
„seid ihr jetzt bereit für HERNE 3?“

Jetzt wird es laut, und keiner macht schlapp,
wir bringen euch wieder richtig auf Trab.
Ich hab noch 'ne Power, die muss auf die Dauer einfach raus!

Wo eben noch ein Stahlwerk stand, schwappt heute Wasser an den Strand.
Die Zeche hat sich fein gemacht, hier wird gefeiert und gelacht.

Die alte Kohlenbahn ist fort und heute Trasse für den Sport.
Wo früher Eisen glühte, steht jetzt Natur in voller Blüte.

Der Hochofen ist stillgelegt, daneben steht eine Diskothek.
Wo einst der Schacht zur Kohle lag, lockt ein Erlebnispark.

Keine Halden mehr im Dunst, obendrauf steht was mit Kunst.
Und in der alten Kokerei, ist der Eintritt nicht mehr frei.

Ich war immer schon hier, und bleib auch bei dir, Ruhrgebiet!
Du trägst keinen Nerz, hast immer noch Herz, Ruhrgebiet!
Glückauf Zukunft, Glückauf Ruhrgebiet!
Du hast noch was vor, und ich geb dir Kredit.

Industrie wird zur Kultur, sauber fliesst die alte Ruhr.
Segelboote und Kanuten statt Kohlenschiffe in den Fluten.

Jetzt wird auch noch die Emscher klar, durch's Stahlwerk führt ein Boulevard.
Willst du was von früher sehen, musst du ins Museum gehen.

Ich war immer schon hier, und bleib auch bei dir, Ruhrgebiet ...

Ruhrgebiet du altes Haus, siehst ja heut ganz anders aus.
Warst mal dreckig und charmant, gibst dich jetzt schick und elegant.

Ruhrgebiet, was machst du nur, hast gewandelt die Struktur.
Man erkennt dich kaum noch wieder – nur der Knappenchor singt alte Lieder.

Ich war immer schon hier, und bleib auch bei dir, Ruhrgebiet …

Glückauf Zukunft, Glückauf Ruhrgebiet!

Als ich 16 wurde, glaubte ich, dass nichts ist, wie es ist,
die Alten und die Lehrer, die erzählten doch nur Mist.
Las Lenin, Mao und Karl Marx und suchte darin einen Sinn.
Ich war damals so viel älter, Mann, als ich es heute bin.

Später dann mit langem Haar, die Gitarre unterm Arm
als Waffe gegen das System und alle, die gegen uns war'n.
Wir ließen fünf nicht gerade sein, und wussten trotzdem nicht wohin.
Ich war damals so viel älter, Mann, als ich es heute bin.

Mit dem Kopf durch jede Wand, faul war jeder Kompromiss,
Spießer war, wer nicht mitlief, dem nicht zu helfen ist.
Und nicht nur Drogen vernebelten das Hirn
Ich war damals so viel älter, Mann, als ich es heute bin.

Dann irgendwann 'nen Job gehabt, Karriere machen ohne Plan,
viel Ärger, Kraft und Stress – da fing das mit dem Magen an.
Streit mit den Kindern, zu wenig Zeit – ich wusste nicht, wohin,
Ich war damals so viel älter, Mann, als ich es heute bin.

Spät gelernt, zuzuhören, den andren zu versteh'n.
Beziehungen kaputt geliebt, zu oft alleine geh'n.
Immer wieder aufgestanden, oft nicht gewusst, wohin
Ich war damals so viel älter, Mann, als ich es heute bin.

Wir wussten noch nicht allzu viel, doch genug, um Spaß zu haben.
Statt Skateboard fuhr'n wir Seifenkisten mit Rädern vom Kinderwagen.
Playstation war die Zechenhalde, als Shitstorm gab's was auf die Nase.
Facebook war unser Hinterhof, getwittert wurde auf der Straße.

Wir hatten wenig, aber immer genug,
wir war'n die Kleinen und fühlten uns groß.
Unsere Sommer waren noch richtig lang,
in unserer Clique war immer was los!

Das war vor so langer Zeit,
doch die Erinnerung, sie bleibt.
Wir leben heute und wir leben hier,
doch das, was war, sind immer noch wir.

Zum Spielen schickte man uns vor die Tür, da warteten schon die anderen.
Als Strafe gab‘s Stubenarrest oder mit den Tanten wandern.
Dann die Beatles, Stones, Bob Dylan, an der Wand hingen Hendrix und Che.
Unsere kleine Welt stand Kopf, und die Kindheit war passé.

Wir hatten wenig, aber immer genug
wir war'n die Kleinen und fühlten uns groß
unsere Sommer waren noch richtig lang
in unserer Clique war immer was los

Das war vor so langer Zeit,
doch die Erinnerung, sie bleibt.
Wir leben heute und wir leben hier,
doch das, was war, sind immer noch wir.

Unsere Jugend ist Vergangenheit, doch tief ins Herz tätowiert.
Unsere Neugier ist geblieben – ganz egal, was auch passiert.

Das war vor so langer Zeit,
doch die Erinnerung, sie bleibt.
Wir leben heute und wir leben hier,
doch das, was war, sind immer noch wir.